Vorbehalte gegen Elektroautos
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Vorbehalte gegen Elektroautos

Vorbehalte gegen Elektroautos

Der Elektroauto-Absatz in Deutschland bricht ein – was sind die Gründe?

Im ersten Halbjahr 2024 sind die Zulassungen von Elektrofahrzeugen um -16,4 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Ein Absatzeinbruch gegen den Trend, denn insgesamt stiegen die Pkw-Zulassungen um 5,4 %. Als Erklärung hierfür wird häufig das abrupte Ende der E-Auto-Förderung genannt: Das ist nicht falsch, doch die Ursachen sind vielschichtiger.


Die fünf größten Vorbehalte gegen Elektroautos im Faktencheck

Das Allensbach-Institut und die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften haben in einer repräsentativen Umfrage die wichtigsten Nichtkaufgründe von Elektroautos erhoben. Halten die Antworten einem Faktencheck stand, oder handelt es sich dabei um Mythen und Vorurteile?


Nr. 1: Zu hohe Anschaffungskosten (77 %)

Ein zu hoher Anschaffungspreis ist mit 77 % aller Nennungen das wichtigste Argument gegen Elektroautos. Somit scheint der Wegfall der preismindernden Umweltförderung tatsächlich der entscheidende Auslöser für die sinkenden Zulassungen zu sein.

Zieht man die Listenpreise der Hersteller heran, dann findet man in Deutschland nur eine Handvoll Elektroautos mit einem Kaufpreis unter 30.000 Euro. Die vergleichbaren Verbrenner-Varianten dieser Fahrzeuge (bspw. Renault Twingo, Fiat 500 oder Opel Corsa) sind satte 10 – 13 Tsd. Euro günstiger. Ähnliche Preisdifferenzen gibt es in allen Fahrzeugsegmenten, in der Ober- und Luxusklasse fallen sie durch den hohen Gesamtpreis aber weniger ins Gewicht. Im Klein- und Kompaktwagensegment kann ein Elektroauto jedoch durchaus das Doppelte eines Verbrenners kosten. 

Fazit: Das Argument ist valide.


Nr. 2: Zu geringe Reichweite (60 %)

Laut ADAC Ecotest steigt die durchschnittliche Reichweite von Elektroautos seit Jahren kontinuierlich an: 2023 lag sie bei knapp 400 Kilometern. Das ist allerdings immer noch weniger als die Reichweite der schlechtesten Verbrenner in einem Test von Auto-Motor-Sport. Die erreichten immerhin 450 Kilometer, das Gros erzielte zwischen 600 und 800 Kilometer.

Bei Elektroautos sinkt zudem die Reichweite bei kalten Temperaturen erheblich. Je nach Fahrzeugtyp verbraucht die Batterie bei Minusgraden mindestens 40 % mehr Energie, bei einzelnen Modellen sogar über 100 %! 

Fazit: Das Argument ist valide, obwohl Elektroautos in den vergangenen Jahren erheblich aufgeholt und den Reichweitennachteil zum Verbrenner verkleinert haben. Vor allem die reale Reichweite bei kaltem Akku ist problematisch. 


Nr. 3: Zweifel an Umweltfreundlichkeit (59 %)

Klar ist, dass Elektrofahrzeuge durch fehlende Schadstoffemissionen im Betrieb deutlich umweltfreundlicher als Verbrenner sind. Gleichzeitig besteht Konsens darüber, dass Produktion und Entsorgung von Elektroautos vergleichsweise umweltbelastend sind. Für die gesamte Ökobilanz ist demnach entscheidend, wie beide Faktoren bewertet und gewichtet werden: Hierzu kommen verschiedene Studien zu unterschiedlichen Resultaten.

Laut Bundesregierung sind Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus eindeutig umweltfreundlicher als Verbrenner. Dabei kalkuliert das Umweltministerium allerdings durchgängig mit dem deutschen Strommix, der einen relativ hohen Ökostromanteil enthält. Bei dieser Rechnung liegen Elektrofahrzeuge bereits ab 20.000 Kilometer Laufleistung in der Umweltbilanz vor Verbrennern. 

Die überwiegend chinesische Batterieproduktion basiert aber zu mindestens zwei Dritteln auf Kohlestrom. Das berücksichtigt eine differenzierte Analyse des VDI, wonach dann erst ab 90.000 Kilometern die Ökobilanz eines Elektrofahrzeugs vorteilhaft wäre. 

Fazit: Die Zweifel sind aufgrund der Studienlage nachvollziehbar und berechtigt. Letztlich gibt es zu dieser Frage keine allgemeingültige Antwort: Entscheidend sind der jeweilige Produktionsstandort eines Modells und die individuell gefahrenen Kilometer.


Nr. 4: Zu wenig Ladestationen (57 %)

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland ist in den letzten beiden Jahren erheblich vorangekommen. Die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte ist jährlich um jeweils 40 % auf inzwischen fast 125.000 gestiegen. Damit dürfte es – bei rund 14.000 Tankstellen hierzulande - inzwischen ähnlich viele Ladestationen wie Zapfsäulen geben. Hier ist jedoch zu beachten: Die Zapfsäulen dienen der Versorgung eines Fahrzeugbestands von 48 Millionen Verbrennern. Dem stehen lediglich 1,4 Millionen Elektrofahrzeuge gegenüber.

Fazit: Das Argument ist sachlich eindeutig falsch.


Nr. 5: Strom deutlich teurer geworden (53 %)

Der Strompreis für Haushalte ist in den beiden letzten Jahren um 18 – 20 % jährlich gestiegen. Die Preise für Diesel und Benzin haben sich allerdings mit einem Jahr Vorlauf (2020 – 2022) noch drastischer erhöht. Der Literpreis für Diesel stieg um etwa 75 %: Von 1,11 Euro in 2020 auf 1,94 Euro in 2022. Aktuell liegen alle Energieträger wieder circa 10 % unter den jeweiligen Höchstwerten.

Fazit: Das Argument greift nur bedingt, denn der Preisanstieg beim Strom war im aktuellen Jahrzehnt niedriger als bei den fossilen Kraftstoffen.


Der entscheidende Hebel ist nicht der Preis, sondern die Ökobilanz

Es ist wenig überraschend, dass Kaufpreis und Reichweite als gewichtige Nachteile von Elektroautos gesehen werden. Erstaunlich aber, wie stark die Zweifel an deren Umweltfreundlichkeit sind. Obwohl die Ökobilanz „nur“ auf Rang 3 der Vorbehalte liegt, ist sie der eigentliche Schlüssel für die Zukunft der Elektromobilität.

Warum? Die Preise werden weiter sinken und die Reichweiten weiter steigen: Die junge Technologie hat in beiden Punkten noch Entwicklungspotenzial. Aber: Preis- und Reichweitennachteile werden zwar geringer werden, auf absehbare Zeit jedoch nicht verschwinden. Kunden brauchen daher ein anderes starkes Kaufmotiv, um diese Nachteile gegenüber Verbrennern zu kompensieren. Und da kommen primär ökologische Gründe in Betracht. Werden diese ernsthaft in Zweifel gezogen, steht die Akzeptanz der gesamten Elektromobilität zur Disposition. 

Die gute Nachricht: Es fehlt nicht an Lösungsansätzen – von neuen Batterietechnologien über Batterierecycling bis hin zu umweltschonender Akkuproduktion in Europa. Das Dilemma dabei: Bei rückläufigem Absatz rechnen sich die Investitionen nicht, doch ohne Investitionen bleibt der Absatz rückläufig – ein potenzieller Teufelskreis.





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Jetzt kommen die neuen Elektro-Plattformen

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Der Trend bei der Elektromobilität geht hin zu modularen Plattformen, die speziell auf Elektroautos zugeschnitten sind. Hersteller, die so etwas noch nicht am Start haben, müssen sich beeilen. 

Spezielle E-Plattformen setzen sich zunehmend durch

Die Bauweise eines Verbrennerfahrzeugs unterscheidet sich wesentlich von einem Elektroauto, und das erfordert eigentlich eine eigens konstruierte Fahrzeugplattform. „Die Architektur des Unterbaus muss zwangsläufig an die spezifischen Bedürfnisse bezüglich Volumen und Zusammenbau angepasst werden“, erklärt Stéphane Wiscart von Renault. „Man kann nicht einfach den Kraftstofftank durch eine Lithium-Ionen-Batterie ersetzen.“

Genau das taten jedoch anfangs viele Hersteller. Mit gemischt nutzbaren Plattformen, abgeleitet von bestehenden Verbrenner-Modellen, waren sie rasch auf dem Markt und konnten ihre Produktion flexibel halten. Nur große Automobilkonzerne wie beispielsweise Hyundai, Renault-Nissan, General Motors oder Volkswagen hatten zu Beginn des Jahrzehnts schon dedizierte E-Plattformen. Doch aufgrund steigender Stückzahlen und wachsendem Wettbewerbsdruck kündigten immer mehr Unternehmen entsprechende Entwicklungen an. 

Dieses Jahr kommen Stellantis, Audi und Porsche

Eine solche Neuentwicklung ist zeitaufwendig, zwischen Projektstart und Marktreife vergehen mehrere Jahre. Ab 2024 werden wir nun aber vermehrt Ergebnisse sehen.

Im Peugeot e-3008 debüttiert die neue Stellantis-Architektur STLA

Den Anfang macht die Stellantis-Gruppe, zu der 14 Marken gehören: darunter Fiat, Opel, Citroën und Peugeot. STLA Medium für die Mittelklasse ist die erste von insgesamt vier Elektro-Plattformen, die der Konzern bis 2030 angekündigt hat. Die technischen Eckdaten sind für dieses Segment bemerkenswert und dürften die direkten Wettbewerber aufhorchen lassen. 

Passend dazu titelte die „Auto Motor Sport“ bei der Marktvorstellung im Juli 2023: „Nimm das VW – 700 km, 98 kWh, 388 PS ab September“. Damit sind die Möglichkeiten von STLA Medium hinsichtlich Reichweite, Batteriekapazität und Motorleistung beschrieben.

Das erste Fahrzeug auf dieser Basis ist bereits bestellbar und wird ab Februar ausgeliefert: der Peugeot e-3008. Das Einstiegsmodell „210“ reizt die Plattform zwar noch nicht aus. Doch der einige Monate nach Markteinführung erhältliche „230 Long Range“ setzt mit 94-kWh-Akku und 700 Kilometern Reichweite ein eindrucksvolles Statement. Ebenfalls spannend dürfte die zeitgleich gelaunchte Allrad-Variante „320 Dual Motor AWD“ werden.

Audi und Porsche setzen auf neuer Premium-Plattform auf

Auch in der Oberklasse tut sich was. Die von Audi und Porsche gemeinsam entwickelte „Premium Platform Electric“ (PPE) sollte eigentlich bereits 2022 fertig sein. Probleme bei der Entwicklung und mit der Software führten aber zu Verschiebungen. Mitte 2024 werden nun mit dem Porsche Macan-e und dem Audi Q6 e-tron die ersten PPE-basierten Fahrzeuge eingeführt. Ebenfalls noch in diesem Jahr soll der neue Audi A6 e-tron vorgestellt werden. 

Mit 800-Volt-Technik und Batteriekapazitäten bis 100 kWh ermöglicht PPE Schnellladen mit 270 kW und hohe Reichweiten. Beim A6 sind 700 Kilometer angekündigt, bei den SUVs sollen es immerhin 600 km werden. Für sportliche Performance sorgen eine Systemleistung von bis zu 450 kW und ein Drehmoment über 1.000 Nm.

Mercedes und BMW sind 2025 die Nachzügler

Mercedes und BMW haben sich bisher explizit technologieoffen präsentiert, mit einer dedizierten Elektrostrategie sind sie jedenfalls vergleichsweise spät dran. Trotzdem gehörten beide 2023 zu den zehn absatzstärksten Elektroauto-Herstellern weltweit.

Mercedes-Benz stellt ab 2025 auf rein elektrische Plattformen um

Auf der letzten IAA konnte Mercedes mit dem elektrischen „Concept CLA“ Aufsehen erregen. Das lag nicht nur am spektakulären Design, sondern auch an den technischen Daten. Über 750 km Reichweite dank eines Verbrauchs von gerade mal 12 kWh auf 100 Kilometer soll das Fahrzeug schaffen! Dazu kommt Schnellladen mit 250 kW und mit MB.OS die neueste Softwaregeneration von Mercedes.

Und das, obwohl die MMA-Plattform des CLA keine reine Elektrobasis, sondern eine Misch-Plattform ist. Allerdings eine, die nicht vom Verbrenner abgeleitet, sondern umgekehrt unter der Maßgabe „electric first“ entwickelt wurde. Man darf gespannt sein, was darüber hinaus mit „electric only“ noch möglich ist, wenn ab 2025 die reinen E-Plattformen kommen. Neben MB.EA für mittlere und große Pkw und AMG.EA für Sportwagen erhält 2026 auch die Transporter-Sparte mit VAN.EA eine eigene Elektrobasis.

Die Neue Klasse von BMW wird „BEV-only“

Wird BMW auch mit seiner Neuen Klasse den bisherigen Plattform-Mix aus Verbrennern und E-Fahrzeugen weiterbetreiben? Festlegen wollte sich das Münchner Unternehmen lange Zeit nicht. Im Frühjahr 2023 kommunizierte BMW dann aber klar, dass die Neue Klasse exklusiv für BEV (battery electric vehicles) ausgelegt sei. 

Wie die anderen Premium-Wettbewerber setzt auch BMW auf 800-Volt-Technik, mit Ladeleistungen bis zu 270 kW. Die maximale Batteriekapazität wird einem enorm hohen Wert angegeben, nämlich 150 kWh. Als erste Fahrzeuge auf der neuen Basis sind für die zweite Hälfte 2025 eine Limousine und ein SUV vorgesehen. 

Was bedeutet das für die anderen Wettbewerber?
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Die absehbare „Plattform-Offensive“ wird den Wettbewerb deutlich intensivieren. Bereits in diesem Jahr wird Renault mit CMF-B-EV eine Erweiterung der bewährten CMF-EV-Plattform vorstellen. Im Herbst soll der elektrische Renault 5 als erstes Fahrzeug auf dieser Basis eingeführt werden. Auch Volkswagen hat angekündigt, seinen modularen Antriebs-Baukasten MEB aufzufrischen und ab 2025 mit MEB+ ins Rennen zu gehen.

Bleibt abschließend die Frage: Was macht der größte Autokonzern der Welt, von dem hier noch gar nicht die Rede war? Bei Toyota spielen reine E-Fahrzeuge bisher praktisch keine Rolle. Das will der neue Konzernchef Koji Sato nun ändern, doch eine eigene E-Plattform wird nicht vor 2026 zur Verfügung stehen. Es könnte sein, dass der Zug für Toyota dann schon abgefahren ist … 





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Elektroautos gebraucht? Der Knackpunkt ist die Batterie

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Jahrelang waren gebrauchte Elektrofahrzeuge ein Nischensegment, jetzt gewinnen sie immer mehr an Bedeutung. Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos wächst seit Monaten spürbar und wird für geneigte Kaufinteressenten zunehmend interessanter.

Elektroauto - Das Angebot steigt, die Preise fallen

Zieht man das Internetportal mobile.de als Indikator heran, dann zeigt sich bei den Gebrauchten ein enormes Marktwachstum. Im September 2023 waren dort rund 75.000 gebrauchte Stromer im Angebot, das entspricht einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr (September 2022: 26.600 Fahrzeuge). Für den gleichen Zeitraum hat der ADAC die Preise für zwei Jahre alte Elektroautos analysiert. Das Ergebnis sind Preissenkungen im zweistelligen Prozentbereich: -13 % beim VW ID.3, -17 % beim Tesla Model 3 und -22 % beim Hyundai Kona.

Überraschend ist weder die Mengen- noch die Preisentwicklung. Seit 2019 sind die Neuzulassungen von Elektroautos stark angestiegen. Geschäftswagen und Leasingrückläufer kommen jetzt, nach 2-3 Jahren Haltedauer, in steigenden Stückzahlen als Gebrauchtfahrzeuge auf den Markt. Gleichzeitig sinken seit einiger Zeit die Preise für Neufahrzeuge, getrieben durch die aggressive Preispolitik einiger führender Hersteller. Und das hat eine Abstrahlwirkung auf das Gebrauchtsegment.

Die Nachfrage ist noch verhalten

Während das Angebot wächst, stagniert die Nachfrage. Trotz der reduzierten staatlichen Förderung für Neufahrzeuge und trotz gesunkener Gebrauchtwagenpreise. Für viele Kunden ist ein gebrauchtes Elektroauto offenbar keine Alternative. Experten sehen dafür hauptsächlich zwei Gründe.

Zum einen die stetige und schnelle technologische Weiterentwicklung. Naturgemäß ist ein Fahrzeug, das bereits vor mehreren Jahren hergestellt wurde, nicht auf dem letzten Stand der Technik. Bei weitgehend ausgereiften Technologien wie Verbrennungsmotoren ist das nicht so erheblich.

Doch angesichts der enorm raschen Fortschritte bei Batterien oder Ladeverfahren sind wenige Jahre eine lange Zeit. Viele Käufer fürchten bei einem Gebrauchtwagen, dass sie eine Technologie von gestern erwerben. Ganz konkret, dass sie bezüglich Reichweite und Ladezeiten Kompromisse eingehen, die sie schon heute oder in Kürze bei einem Neufahrzeug nicht eingehen müssten. 

Das zweite Thema sind Zweifel an der Leistungsfähigkeit eines gebrauchten Elektroantriebs. Fast jeder kennt von seinem Handy das Ärgernis der nachlassenden Akkuleistung, das sich oft schon nach einigen Monaten zeigt. Die Folge sind kürzere Betriebszeiten und häufigeres Laden. Die Befürchtung, dass das auch bei einer gebrauchten Fahrzeugbatterie so sein wird, ist naheliegend. Und da mangelnde Reichweite und lange Ladezeiten zu den häufigsten Nichtkauf-Argumenten zählen, steht die Frage nach der Batteriequalität beim Gebrauchtwagenkauf ganz oben.

Die Gretchenfrage beim Gebrauchten: Wie steht es um die Batterie?

Die gute Nachricht: Grundsätzlich sind moderne Akkumulatoren in Elektroautos lange haltbar und leistungsfähig. Nach Angaben des TÜV Süd ist die Kapazität in den meisten Fällen auch nach 200.000 Kilometern Laufleistung noch bei 80 – 90 %. Mehrere tausend Ladezyklen ohne signifikanten Leistungsverlust sind der Normalfall. Damit liegt die Haltbarkeit bei deutlich über zehn Jahren.

Im Einzelfall kann das jedoch anders aussehen. Häufiges Schnellladen, extreme Hitze oder Kälte sowie lange Standzeiten belasten die Batterie. Zwar garantieren die meisten Hersteller auch unter solchen Bedingungen eine Kapazität von 70 % für mindestens fünf Jahre oder 100.000 Kilometer. Nur: Liegt die Kapazität noch leicht oberhalb dieses Grenzwertes, dann greift die Garantie nicht – die Reichweite ist aber dennoch bereits um bis zu 100 Kilometer reduziert. Nach Meinung von Fachleuten sollte man daher bei Werten deutlich unter 90 % eher vom Kauf absehen.

Um das entscheiden zu können, müssen Kunden diesen Wert jedoch erstmal in Erfahrung bringen. Private Verkäufer dürfte die Frage nach dem sogenannten SoH (state of health) überfordern. Für gewerbliche Händler ist das zwar keine Pflichtangabe, sie sollten aber auskunftsfähig sein. Denn sowohl die Dekra als auch zahlreiche Werkstätten können den Batteriezustand erheben: Bei der Dekra dauert das eine Viertelstunde und kostet 120 Euro. So viel Zeit und Geld sollten professionelle Händler investiert haben, bevor sie einen fünfstelligen Betrag für ein Gebrauchtfahrzeug aufrufen.

Zumal es auch noch einfacher, wenn auch nicht ganz so zuverlässig wie bei der Dekra geht. Mit einem Funksender, der an die Ladesteckdose angeschlossen wird, und der zugehörigen Handy-App kann die Batteriekapazität in wenigen Sekunden ausgelesen werden. Die Kosten für dieses Equipment liegen bei rund 25 Euro.

Fazit

Wer sich für ein Elektroauto interessiert und nicht zwingend auf einen Neuwagen festlegt ist, der findet im wachsenden Gebrauchtfahrzeugmarkt attraktive Angebote. Der Knackpunkt dabei ist der Batteriezustand des Gebrauchten. Hier empfiehlt es sich unbedingt, genau hinzuschauen und auf verlässliche Angaben zu bestehen.





Quellenangaben:

  • https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/ratgeber-das-ist-bei-gebrauchten-elektroautos-zu-beachten/
  • https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/kaufen/elektroautos-gebraucht-kaufen/
  • https://www.autobild.de/artikel/gebrauchte-e-autos-8626101.html#-94886203
  • https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/elektroauto-akku-gebraucht-100.html
  • https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/kaufen/gebrauchte-e-autos-foerderung/












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Die China-Show: Was von der IAA übrig bleibt

Das Presseecho zur diesjährigen IAA (5.-10. September in München) war eindeutig: China habe die Messe mit seinen Elektroautos dominiert. Fortune und die WirtschaftsWoche erklärten die Veranstaltung gar zur „China-Show“. Der europäische Automobilmarkt sei nun komplett im Umbruch. Chinesische Hersteller würden zukünftig heimische Marken zurückdrängen und eine bedeutende oder sogar führende Rolle einnehmen. Wie viel Substanz haben solche Prognosen, wenn man nüchtern auf die drei erfolgskritischen P-Faktoren schaut: Price, Product und Place (Vertrieb)?

Die Produkte: mindestens wettbewerbsfähig, teilweise bereits marktführend.

Bei der Produktpräsentation auf der IAA hatten die Chinesen eine günstige Ausgangslage. Sie konnten ihre in China längst als Serienfahrzeuge laufenden Elektroautos in Europa als Marktneuheit zeigen. So entstand der Eindruck einer gewaltigen Produktoffensive, der dadurch verstärkt wurde, dass die anderen Hersteller nur wenige serienreife Neuheiten bieten konnten. Aus Europa und vor allem aus Deutschland kamen hauptsächlich Studien und Prototypen wie der Mercedes CLA, die „Neue Klasse“ von BMW oder Volkswagens GTI-Version des ID. 

Doch auch ohne diesen kommunikativen Vorteil konnten die Fahrzeuge aus China überzeugen, und das nicht nur bei kleinen Autos. Vom kompakten BYD Dolphin über den beeindruckenden Roadster MG Cyberster bis zum Avatr Modell 12 im Luxussegment waren alle Klassen vertreten. Bei klassischen Komponenten wie Fahrwerk oder Karosserie und Kriterien wie Design oder Verarbeitung sind sie alle auf Höhe des Wettbewerbs. Bei modernen Aspekten wie Software und Infotainment sind sie bereits weit überlegen.

Und auch bei der Batterie. Überraschend ist das nicht, da Asien und speziell China weltweit beherrschend im Batteriesektor ist. BYD entwickelt und fertigt seine technisch führenden Blade-Batterien sogar selbst. Der Wettbewerbsvorsprung beim Akkumulator spielt eine große Rolle, da erfolgskritische Themen wie Ladezeiten und Reichweite damit zusammenhängen. Die digitalen Funktionen sind hingegen weniger entscheidend, das weiß auch Philipp Kemmler vom Autobauer GWM: „Das mögen wir Europäer ein bisschen schlichter, nüchterner. Dass wir eine Selfie-Funktion im Elektroauto haben oder eine Karaoke-Funktion, das wird der Europäer noch nicht wollen.“

Die Preise: Wie viel Spielraum haben die Chinesen?

Auf die extrem niedrigen Preise, die chinesische Elektroautos in ihrer Heimat kosten, hoffen Kunden in Europa bisher vergeblich. Die hiesigen Preise orientieren sich eher an der vorhandenen Kaufkraft und dem bestehenden Preisgefüge. Die Strategie scheint darauf abzuzielen, zunächst die Preisbereitschaft europäischer Käufer zu testen. Damit sind die Fahrzeuge hier zwar leicht unter vergleichbaren Wettbewerbern positioniert, aber durchschnittlich immer noch doppelt so teuer wie in China. 

Das legt die Vermutung nahe, dass noch deutlicher Spielraum nach unten besteht, um bei stockendem Absatz preislich zu reagieren. Der Wettbewerb ist deshalb gut beraten, sich nicht zu sehr in Sicherheit zu wiegen. Dass die Chinesen bisher klug und besonnen auf einen Preiskampf verzichten, bedeutet nicht, dass sie ihn nicht jederzeit beginnen könnten.

Der Vertrieb: eine häufig unterschätzte Herausforderung.

In Europa ist ein dichtes Netz aus Händlern und Servicebetrieben das gängige Vertriebsmodell. Wer einen relevanten Marktanteil erobern möchte, kommt zumindest bisher an diesem Konzept nicht vorbei. Das musste zuletzt der chinesische Hersteller Aiways schmerzlich erfahren. Dessen Idee, den Verkauf über die Elektromärkte von Euronics zu organisieren und den Service bei ATU anzusiedeln, ist krachend gescheitert. In diesem Jahr hat Aiways bislang ganze 39 Zulassungen geschafft.

Hersteller wie BYD oder GWM gehen bei ihrem Markteintritt jedoch den klassischen Weg und setzen auf etablierte Vertriebsnetze. Es kostet zwar Zeit und Geld, ein solches Netz aufzubauen, mittelfristig ist es aber die erfolgversprechendste Herangehensweise.

Fazit

Ein kurzer Blick auf die wesentlichen automobilen Erfolgsfaktoren zeigt: Die China-Euphorie der IAA ist nicht übertrieben. Das Land ist in jeder Hinsicht bereit, den europäischen Fahrzeugmarkt zu erobern. In welchem Ausmaß das tatsächlich gelingt, hängt allerdings auch von externen Faktoren ab. Das subjektive Vertrauen der Kunden in Elektroautos „made in China“, unabhängig von objektiven Produkteigenschaften, ist schwer einzuschätzen. Auch die aktuelle politische Debatte um mögliche EU-Schutzzölle steht noch am Anfang und kann einen wesentlichen Einfluss haben. Ganz einfach wird es also nicht für die neuen Wettbewerber aus China. Ihre Chancen stehen aber gut.






Quellenangaben:

  • https://www.dw.com/en/chinese-carmakers-flex-muscles-at-germanys-iaa-auto-show/a-66727872
  • https://www.cleanenergywire.org/news/perfect-storm-car-show-iaa-highlights-chinas-lead-electric-cars
  • https://www.reuters.com/business/autos-transportation/munich-car-show-shines-spotlight-china-competition-ev-race-2023-09-04/
  • https://innovationorigins.com/en/iaa-mobility-2023-how-china-is-buying-the-germans-thunder/
  • https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/iaa-elektromobilitaet-102.html
  • https://www.24auto.de/news/muenchen-elektroautos-byd-vw-audi-bmw-ford-mg-mercedes-opel-iaa-mobility-2023-zr-92500958.html
  • https://www.adac.de/news/iaa/
  • https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/internationale-automobil-ausstellung-das-sind-die-superstars-aus-china-auf-der-iaa-mobility-a-a4579659-5d36-47ad-adbf-c34caae238bb
  • https://www.welt.de/motor/news/article247279326/Die-China-Offensive-IAA-Mobility-2023-in-Muenchen.html
  • https://www.wiwo.de/my/unternehmen/auto/automobil-ausstellung-warum-die-iaa-zur-china-show-wird/29368970.html









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Elektrofahrzeuge werden günstiger
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Triumph für ein erschwingliches Elektroauto: Fallen jetzt die Preise?

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Elektroauto Käufer dürfen sich hierzulande ab Mitte 2023 auf sinkende Preise freuen. Branchenbeobachter sprechen bereits von einem bevorstehenden „Preiskampf“ und „Rabattschlachten“, wie sie seit Monaten in den USA und China zu beobachten seien.

Diese martialische Wortwahl, die nach aggressivem Vernichtungswettbewerb zwischen den Autobauern klingt, ist jedoch irreführend. Was dem deutschen Automarkt bevorsteht, ist schlicht eine kühle und rationale Antwort der Hersteller auf das Auseinanderdriften von Angebot und Nachfrage.

Die Kundenaufträge für Elektrofahrzeuge sind drastisch eingebrochen

Bei einem Blick auf die aktuellen Zulassungsdaten ist von einer Absatzkrise zunächst nichts zu erkennen. Im Gegenteil: Im ersten Halbjahr 2023 wurden 31,7 % mehr Elektroautos zugelassen als im Vorjahr. Ein beeindruckendes und im Vergleich zum gesamten PKW-Markt überproportionales Wachstum, doch die Zahlen sind trügerisch. 

Denn es handelt sich überwiegend um Bestellungen aus 2022, die aufgrund der damals langen Lieferzeiten erst jetzt beim Kunden ankommen. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research, bringt es auf den Punkt: „Die Zulassungszahlen, die wir im Moment sehen, zeigen die Realität von gestern.“

Und die Realität von heute? Die ist seit Monaten von stark sinkenden Auftragseingängen geprägt, vor allem in der Kompakt- und Mittelklasse. Die Lücke zwischen produzierten und verkauften Elektrofahrzeugen beträgt bei einigen Herstellern - beispielsweise VW - bereits 25 - 30 %. Auch Tesla und andere Autobauer produzieren derzeit auf Bestand.

Ein Hauptgrund für die rückläufigen Bestellungen dürfte die seit Jahresbeginn um 1.500 – 2.000 Euro reduzierte E-Auto-Förderung sein. Für viele Autokäufer werden dadurch klassische Verbrenner wieder vergleichsweise attraktiver. Zumal es bei anderen kritischen Themen wie Reichweiten, Ladezeiten und Ladeinfrastruktur auch wenig gute Nachrichten gibt. So wurde zum Beispiel kürzlich berichtet, dass der Bund offenbar erneut seine eigenen Ziele beim Ausbau der Ladeinfrastruktur verfehlt. 

Trotz sinkender Elektroauto - Nachfrage steigt das Angebot

Bei einer solchen Marktsituation wäre es naheliegend, dass Produzenten und Importeure ihr Fahrzeugvolumen reduzieren. Das geschieht auch zum Teil: Volkswagen etwa hat im Werk Emden die Spätschicht gestrichen und die Werksferien um eine Woche verlängert. Betrachtet man jedoch den gesamten Markt, dann steigt die verfügbare Menge an Elektrofahrzeuge sogar noch weiter an. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, hat zwei einfache Gründe.

Erstens befinden sich zahlreiche Hersteller mitten im Transformationsprozess, bei dem sie die Produktion von Verbrennern herunter- und von Elektroauto s hochfahren. Die Umstellung bringt nicht nur höhere Fertigungskapazitäten, sondern auch zusätzliche Modelle und Baureihen im Elektrosegment mit sich.

Solche Veränderungen sind langfristig angelegt und können nur bedingt an konjunkturelle Schwankungen angepasst werden. Zweitens sind in den letzten Monaten einige neue Wettbewerber aus China in den deutschen Markt eingetreten, was automatisch zu einem erhöhten Produktangebot führt.

Der Verkaufspreis ist jetzt die einzige Stellschraube

Selbst wenn es gelänge, das strukturelle Überangebot zu bremsen, kämen die Maßnahmen zu spät. Denn es sind bereits größere Bestände aufgelaufen, die abverkauft werden müssen. Anzeichen für eine Besserung der Nachfrage sind aber nicht in Sicht, und nun kommen auch noch die absatzschwachen Ferienmonate.

In dieser Lage sind Preissenkungen die einzige Option, um Käufe zu stimulieren und eine bessere Relation von Angebot und Nachfrage zu erreichen. Die Bestände nicht weiter ansteigen zu lassen, ist schon aufgrund des darin gebundenen Kapitals existenziell wichtig. Dabei sind nicht nur Hersteller und Importeure, sondern noch mehr die Automobilhändler unter Druck: Sie gewähren bereits jetzt höhere Kundennachlässe.

Auf der Herstellerseite sind reine Elektro-Produzenten, die keine Verbrenner im Sortiment haben, am stärksten betroffen. Das trifft auf Tesla und einige chinesische Marken zu. Dementsprechend hat Tesla schon im Mai mit Preissenkungen begonnen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Anbieter nachziehen. Vor allem die chinesischen Anbieter dürften aufgrund ihrer Kostenvorteile über größere Preisspielräume verfügen: Aktuell sind deren Modelle in Deutschland teilweise noch doppelt so teuer wie in China. 

Fazit

Wer sich ein neues Elektroauto zulegen will, sollte möglichst mit dem Kauf noch etwas warten. Denn zumindest in den Segmenten bis zur Mittelklasse sind in den nächsten Wochen und Monaten deutliche Preissenkungen zu erwarten. Und falls es ein fertig gebautes Bestandsfahrzeug sein soll, das bereits beim Händler steht, so lohnt sich eine hartnäckige Preisverhandlung auf jeden Fall. 





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Elektroauto Laden ohne Wallbox und Ladesäule?
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Elektroauto Laden ohne Wallbox und Ladesäule?

Elektroauto Laden ohne Wallbox und Ladesäule?

Laden während der Fahrt: Induktives Charging und Solarfahrzeuge als Alternativen zu Wallbox und Ladesäule?

Lange Ladezeiten, geringe Reichweiten und zu wenige Ladestationen zählen zu den Hauptgründen, die gegen den Erwerb eines Elektroautos sprechen. In einer Umfrage aus dem Jahr 2022 wurden alle drei Argumente von 60 – 65 % der Befragten genannt und rangierten damit ganz vorn. Konventionelle Lösungen für diese Probleme sind die Weiterentwicklung der Batterietechnologie und der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Doch es gibt auch ganz andere Ansätze: Warum nicht das Elektroauto während der Fahrt permanent mit Strom versorgen?

Mit Solarzellen beim Fahren Sonnenenergie tanken

Eine Möglichkeit dazu sind Solarpanels, die sowohl im Stand als auch beim Fahren Strom für die Hochvoltbatterie generieren. Neu ist die Idee nicht: Bei Wohnmobilen wird das bereits seit Jahren mit Solarmodulen auf dem Dach praktiziert. Diese erzeugen Strom für die Bordbatterie, mit der beispielsweise die Innenbeleuchtung oder der Kühlschrank eines Campers betrieben werden.

Volkswagen nutzt ein solches Solardach nun als Energielieferanten für den Antrieb eines Elektrofahrzeugs. Das Dachmodul wurde kürzlich als Sonderausstattung für den elektrischen Kleinbus ID.Buzz vorgestellt und wird ab Anfang 2024 erhältlich sein. Die Leistung soll bis zu 600 Watt betragen. Als alleinige Stromquelle kommt das Dach damit nicht in Betracht, es trägt aber immerhin zur Erhöhung der Reichweite bei. Bis zu 3.000 zusätzliche Kilometer jährlich sind nach Angaben von VW mit der Solarerweiterung möglich.

Bereits einen Schritt weiter war das Münchner Start-up Sono Motors. Deren Solarauto Sion hat nicht nur ein Solardach, sondern eine komplett aus 465 Solarzellen bestehende Außenhaut. Die rechnerische Reichweite allein mit Sonnenenergie soll jährlich 5.800 Kilometer betragen. Doch der Prototyp schaffte es nicht bis zur Serienfertigung: Mitte Mai musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Aktuell ist völlig offen, ob ein anderer Hersteller die patentierte Solartechnologie von Sono im Automobilbereich zum Einsatz bringen wird.

Die Straße als induktiver Stromlieferant

Auch induktives Laden ist zunächst nichts Neues. Dabei wird Strom auf kurze Distanz kabellos durch elektromagnetische Spulen übertragen. Für viele Geräte, beispielsweise Handys oder Smartwatches, gibt es das schon seit Jahren. Und auch für Elektrofahrzeuge, die mit der entsprechenden Hardware ausgerüstet sind, funktioniert die Technologie. Dazu muss das Auto auf einer Ladespule abgestellt werden: Der Vorgang läuft demnach statisch ab.

Theoretisch funktioniert das auch dynamisch, wenn also ein Elektroauto über eine oder mehrere Ladespulen fährt. Durch das Verlegen von Magnetspulen unter dem Asphalt einer Straße könnten Elektrofahrzeuge dann bei der Fahrt induktiv aufgeladen werden. Das Konzept wurde auf diversen Teststrecken erprobt: Bis zu 70 Kilowatt Ladeleistung und Wirkungsgrade um die 85 % konnten dabei erzielt werden. 

Allerdings sind die bestehenden Teststrecken nur wenige Meter lang, was vor allem finanzielle Gründe hat. Denn pro Meter fallen etwa 1.000 Euro Kosten für den Umbau an. Doch die ersten Resultate waren offenbar für Politik und Investoren interessant genug, um die Technik nun im größeren Stil zu erproben. So wird der US-Bundesstaat Florida ein 1,6 Kilometer langes Teilstück der Route 516 mit der Technologie ausstatten. Und in Nordbayern soll bis Mitte 2025 ein Autobahnabschnitt von einem Kilometer Länge mit Induktionsspulen ausgerüstet werden.

Kritiker bezweifeln, dass sich die Technologie durchsetzen kann. Sie verweisen vor allem auf die immensen Kosten und langen Bauzeiten, aber auch auf technische Vorbehalte. Der Wirkungsgrad von 85 % müsse deutlich erhöht, die Technologie genormt und die Stabilität bei unterschiedlichen Fahrzeugtypen und Fahrgeschwindigkeiten sichergestellt werden. Investitionen in schnelles Laden und in eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur seien da vergleichsweise viel erfolgversprechender.

Fazit

Laden während der Fahrt ist eine verlockende Vision. Kein Suchen nach einer freien Ladesäule, kein Warten beim Ladevorgang und Reichweiten in ganz neuen Dimensionen. Es bleibt indes vorerst nur eine Vision.

Das Laden mit Solarzellen ist eine bewährte Technologie, die einen begrenzten Beitrag zum Energiebedarf eines Elektrofahrzeugs leisten kann. Ihr Output ist aber zu niedrig, um Lade- oder Reichweitenprobleme signifikant zu verringern. Dynamisches induktives Laden hat hingegen Potenzial, steht jedoch als Zukunftstechnologie noch ganz am Anfang. Wie sie sich langfristig entwickelt, ist unklar. Klar ist aber: Für die kurz- und mittelfristigen Herausforderungen der nächsten Jahre ist sie nicht die Lösung. 





Quellenangaben:
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1179994/umfrage/umfrage-zu-gruenden-gegen-den-kauf-eines-elektroautos-in-deutschland/
  • https://www.autobild.de/artikel/vw-abt-e-line-id.buzz-camper-solardach-22635963.html
  • https://utopia.de/ratgeber/sonomotors-sion-auto-solar-elektroauto/
  • https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/marken-modelle/sono-motors/sono-motors-sion/
  • https://www.swr.de/wissen/e-auto-waehrend-der-fahrt-induktiv-laden-102.html
  • https://www.24auto.de/news/elektroauto-induktiv-laden-florida-teststrecke-enrx-autobahn-ladesauele-zr-92271395.html
  • https://www.focus.de/auto/news/elektrifizierter-irrweg-hintergrund-so-unrealistisch-ist-das-induktive-laden_id_190095595.html





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Elektroauto, NEWs

Chinas Autobauer bereiten sich auf den deutschen Markt vor.

So stellen sich Chinas Autobauer jetzt im deutschen Markt auf

Lange war der deutsche PKW-Markt für chinesische Automobilhersteller unattraktiv. Im Home Market von Volkswagen, Audi, Mercedes und BMW mit Fahrzeugen anzutreten, die technisch als nicht wettbewerbsfähig angesehen wurden, erschien wenig erfolgversprechend. Doch das Elektroauto hat alles verändert: Auf diesem Gebiet gilt China mindestens als ebenbürtig, bei vielen Branchenexperten sogar als Technologieführer. Zwar sind chinesische Elektrofahrzeuge in Deutschland heute noch Nischenprodukte, aber diverse Hersteller sind aktuell höchst aktiv beim Auf- oder Ausbau ihrer Aktivitäten.

BYD will mit starken Partnern schnell wachsen

Der weltweit zweitgrößte Elektroauto-Produzent und Marktführer in China ist im Herbst 2022 in den deutschen Markt eingetreten. Hier baut das Unternehmen auf bestehende Strukturen und das klassische Autohaus-Konzept: Verkauf und Service am gleichen Standort durch spezialisierte Vertragshändler. Vor allem aber auf erfahrene Partner.

Das Europa-Geschäft von BYD wird von der schwedischen Hedin Group betrieben, einer der führenden Unternehmensgruppen im automobilen Groß- und Einzelhandel. Dass die deutsche Tochtergesellschaft ihren Sitz in Stuttgart hat, ist kein Zufall, denn Geschäftsleitung und Beraterstab bestehen zum Großteil aus ehemaligen Mercedes-Managern. Und auch die acht Händlergruppen, mit denen das Vertriebsnetz gestartet ist, sind ausnahmslos gleichzeitig Mercedes-Vertragspartner. 

Im Großkundengeschäft ist BYD ebenfalls aktiv und hat bereits eine langfristige Kooperation mit dem Autovermieter Sixt vereinbart: Der will bis 2028 insgesamt 100.000 BYD-Fahrzeuge abnehmen. Entsprechend ambitioniert sind die Absatzziele der Chinesen: Bereits in drei Jahren wollen sie in Deutschland sechsstellige Verkaufszahlen und einen Elektro-Marktanteil von 10 % erreichen.

Nio setzt auf Onlinevertrieb und bringt die wechselbare Batterie nach Deutschland

Fast zeitgleich mit BYD startete Nio im deutschen Markt. Damit enden aber schon die Gemeinsamkeiten. Der Hersteller von Elektrofahrzeugen der Mittel- und Oberklasse verzichtet fast vollständig auf stationären Verkauf und Service. Kaufen und Werkstatttermine buchen kann man online. Nio liefert die Fahrzeuge beim Kunden aus und holt sie zum Service auch dort ab. Der Dienstleister G.A.S. erledigt dann ohne direkten Kundenkontakt die Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Darüber hinaus führt Nio sein in China bewährtes Tauschkonzept für Batterien auch in Deutschland ein. In sogenannten „Power Swapping Stations“ können Kunden in wenigen Minuten einen leeren Akku gegen einen vollen auswechseln lassen. Zum Markteintritt startete Nio mit drei Tauschstationen, bis Ende 2023 sollen es insgesamt 40 werden. 

Für das Unternehmen ist die Wechselbatterie einerseits ein echtes Alleinstellungsmerkmal, andererseits ein erheblicher Kostenfaktor. Nur bei einem ausreichend großen Fahrzeugbestand lohnt sich das Modell, und das erhöht den Druck, beim Absatz rasch zu wachsen. Wohl auch deshalb hat Nio kürzlich einen eigens für Europa entwickelten Kompaktwagen im unteren Preissegment angekündigt. Unabhängig davon plant das Unternehmen aber generell langfristig. Es könne ein Jahrzehnt dauern, bis sich Nio in Europa etabliert habe, sagt Gründer und CEO William Li. Verluste in den Anlaufjahren nehme man dabei bewusst in Kauf.

Great Wall Motors kooperiert in Deutschland mit Emil Frey

Zum Jahresbeginn 2023 nahm auch Great Wall Motors, ebenfalls einer der größeren Hersteller von Elektroautos in China, seine Aktivitäten in Deutschland auf. Generalimporteur für deren Marken Ora und Wey ist die Emil Frey Gruppe, die in Deutschland zu den größten Mehrmarken-Händlergruppen zählt. Ähnlich wie BYD hat sich GWM somit die Kooperation mit einem leistungsfähigen Partner gesichert und sich für ein klassisches Vertragshändler-Modell entschieden. Das Netz befindet sich derzeit im Aufbau, 200 Standorte sind geplant. 

Und es gibt eine weitere Ähnlichkeit zu BYD: Während dort die Verbindung zu Mercedes unübersehbar ist, ist es bei GWM die Nähe zu Mitsubishi. CEO der deutschen Ora-Landesgesellschaft ist der ehemalige Mitsubishi-Vertriebschef, und die Ora-Händler sind überwiegend gleichzeitig für Mitsubishi tätig. Auch die Frey-Gruppe hat beide Marken im Portfolio.

Als kurzfristiges Absatzziel im ersten Jahr peilt Ora mindestens 6.000 Fahrzeuge an. Das Potenzial der Marke Wey wird niedriger eingeschätzt, konkrete Zahlen gibt es dazu nicht.

Die Alternativstrategie von Geely und SAIC: bestehende Marken übernehmen und transformieren

Ein ganz anderes Geschäftsmodell betreiben schon seit Jahren die großen Mehrmarken-Konzerne Geely und SAIC. Sie erwerben die Mehrheit an europäischen Unternehmen und erhalten so Zugriff auf etablierte Marken, Firmenstrukturen und Vertriebswege. Die Produktpalette wird dann überwiegend oder vollständig elektrifiziert und die Produktion meist nach China verlagert. Beispiele sind die Übernahme der britischen Traditionsmarke MG durch die SAIC-Gruppe oder die 50 %-Beteiligung von Geely an smart. Auch Volvo und deren Elektromarke Polestar sind Teil des Geely-Konzerns. Ob man diese Beispiele der chinesischen Autoindustrie zurechnet, liegt letztlich im Auge des Betrachters: Originär chinesisch sind sie jedenfalls nicht.

Fazit

In erster Linie werden die Produkte über den Erfolg der Unternehmen entscheiden. Vertrieb, Service und Organisation sind unterstützende Komponenten, die aber nicht unterschätzt werden dürfen. „Viele chinesische Hersteller denken, sie könnten allein mit digitalen Strukturen den Vertrieb in Deutschland gestalten“, sagt dazu Stefan Reindl, Leiter des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft. „Aber hierzulande ist die Kundenakzeptanz für solche Vertriebskonzepte noch gering ausgeprägt.“

Insofern haben BYD und GWM theoretisch alles richtig gemacht. Wie sie sich tatsächlich im deutschen Markt entwickeln, werden die kommenden Monate zeigen. Spannend wird zudem sein, ob die innovativen Konzepte von Nio funktionieren und von den Kunden angenommen werden.








Quellenangaben:

  • https://www.springerprofessional.de/elektromobilitaet/unternehmen---institutionen/das-planen-chinesische-e-auto-hersteller-in-europa/23983186
  • https://www.watson.ch/digital/elektroauto/194539960-darum-werden-e-autos-made-in-china-zum-exportschlager
  • https://www.24auto.de/news/auto-china-elektro-adac-byd-nio-geely-great-wall-ora-mg-roewe-lynk-wey-91741022.html
  • https://www.dw.com/de/china-will-mit-elektroautos-europa-erobern/a-63440017
  • https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/chinesischer-autohersteller-nio-will-verkauf-von-elektroautos-in-europa-ankurbeln/29071480.html
  • https://www.automobil-industrie.vogel.de/nio-will-mit-autos-unter-30000-euro-vw-angreifen-a-5ecb98c6eac01d4365bfc05b62de3453/
  • https://www.autohaus.de/nachrichten/autohandel/vertriebsnetz-mit-diesen-haendlern-startet-byd-in-deutschland-3268083
  • https://www.autohaus.de/nachrichten/autohersteller/ora-kommt-im-januar-nach-deutschland-200-haendlerstandorte-geplant-3266305
  • https://www.kfz-betrieb.vogel.de/great-wall-haendlerverband-gegruendet-a-57424237385ed5348b8042f3cbcc8228/
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    Batterie-Recycling
    Elektroauto, NEWs

    In Batterie-Recycling liegt die Zukunft der Elektromobilität

    Batterie-Recycling

    Von der Nischenbranche zur Kernindustrie der Elektromobilität: Batterie-Recycling

    Batterie-Recycling ist heute in Europa ein Nischengeschäft vorwiegend kleinerer, spezialisierter Unternehmen. Das wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. Beispiel Deutschland: Mercedes-Benz hat vor wenigen Wochen mit dem Bau einer Batterieaufbereitung in Kuppenheim begonnen. Die Stuttgarter sind damit nach Volkswagen der zweite deutsche Automobilhersteller, der eigene Recycling-Kapazitäten aufbaut. Auch die chemische Industrie hat das Geschäftsmodell entdeckt: Die BASF plant für 2024 die Inbetriebnahme einer Anlage in Schwarzheide. Weitere Unternehmen werden folgen, denn das Wachstum hat gerade erst begonnen.

    Batterie-Recycling gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung

    Dass das Recycling von Elektroauto-Batterien bislang in Europa keine große Relevanz hatte, liegt vor allem an der noch geringen Menge ausrangierter Batterien. Ein Lithium-Ionen-Akku hat in einem Elektroauto eine durchschnittliche Lebensdauer von 8-10 Jahren, und selbst dann beträgt seine Kapazität oft noch 70-80 %. Solche Batterien können für weitere 10-12 Jahre in zweiter Verwendung („second life“) als stationäre Stromspeicher genutzt werden.

    Eine Batterie kann also im Idealfall über 20 Jahre in Betrieb sein, bevor sie endgültig entsorgt oder wiederverwertet werden muss. Der Fahrzeug-Absatz in Europa hat jedoch erst Ende des letzten Jahrzehnts Fahrt aufgenommen. Bis 2017 wurden jährlich noch weniger als 100.000 Elektroautos verkauft, seither beschleunigt sich das Wachstum. Im letzten Jahr waren es bereits mehr als 1,5 Millionen Einheiten, für 2030 liegen selbst moderate Prognosen bei Stückzahlen von weit über 10 Millionen.

    Dieser Hochlauf zeigt sich dann im kommenden Jahrzehnt auch bei den Altbatterien. Eine Analyse des Fraunhofer-Institutes erwartet im Jahr 2030 ein Volumen von 420 Tsd. Tonnen recycelbarer Elektroauto-Batterien. Bis 2040 geht die Untersuchung von einer Steigerung auf 2,1 Mio. Tonnen aus. 

    Ökologische, ökonomische und rechtliche Argumente für Batterie-Recycling

    Für solche Dimensionen wird dann effektives Recycling im industriellen Maßstab benötigt. Alles andere als eine umfassende Wiederaufbereitung wäre sowohl ökologisch als auch ökonomisch unhaltbar. Denn eine einzige Lithium-Ionen-Batterie mittlerer Kapazität enthält durchschnittlich über 5 kg Lithium, jeweils über 10 kg Kobalt, Nickel und Mangan und 35-70 kg Graphit. Allein deren Materialwert liegt an einer Metallbörse im vierstelligen Eurobereich.

    Zudem verringert Recycling den Bedarf an primärer Produktion (Förderung und Raffination) dieser Stoffe. Das hat wiederum mehrere Vorteile: Erstens wird deren Abbau teilweise durch Kinderarbeit erbracht und verursacht gravierende Umweltschäden. Zweitens reichen die vorhandenen Ressourcen in einigen Jahren voraussichtlich nicht mehr aus, um den erwarteten Bedarf der Batterieproduktion zu decken. Im vergangenen Jahr wurden bereits 43 % der weltweiten Lithium-Förderung und 38 % der Kobalt-Förderung allein für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Und drittens: Die Unabhängigkeit von politischen Einflüssen und Lieferketten steigt enorm, denn benötigte Rohstoffe befinden sich dann schon im europäischen Markt. Das ist insbesondere bei Kobalt und Graphit bedeutsam, deren weltweite Produktion zu zwei Dritteln von China kontrolliert wird.

    Ein weiteres Argument sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, denn die Europäische Union wird demnächst eine reformierte Batterieverordnung verabschieden. Der Entwurf sieht für Elektroauto-Batterien einen Mindestanteil wiederverwendeter Metalle sowie eine Rücknahmepflicht des Herstellers vor. Die vorgeschriebene Recyclingquote von aktuell 50 % wird voraussichtlich deutlich angehoben.

    Ausreichend Gründe also für Hersteller von Elektroautos oder Batterien, aber auch für spezialisierte Aufbereiter, in den Sektor des Batterie-Recycling s zu investieren. Dass die Investitionen tatsächlich kommen, gilt als sicher, denn zahlreiche Werke und Anlagen befinden sich bereits im Bau oder zumindest in der Planungsphase. Allein mit diesen heute schon bekannten Projekten wird die Recycling-Kapazität in Europa auf fast 400 Tsd. Tonnen im Jahr 2030 ansteigen.

    Technische Herausforderungen sind noch nicht gelöst

    Doch für ein automatisiertes Recycling im großen Stil gibt es noch technische Hürden. Das beginnt schon beim ersten Arbeitsschritt, der Demontage der Batterien. Batteriearchitektur und -design unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller, was die Zerlegung arbeits- und kostenintensiv gestaltet. Auch Bauweisen wie fest verschweißte Zellverbindungen machen Probleme. Hier wird es in den nächsten Jahren darum gehen, effiziente und serientaugliche Arbeitsprozesse zu etablieren.

    Für die eigentliche Rückgewinnung der Rohstoffe gibt es verschiedene Methoden, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben. Sie lassen sich grob in zwei Klassen einteilen: Sogenannte pyrometallurgische Prozesse arbeiten mit großer Hitze, hydrometallurgische Verfahren setzen Chemikalien ein. Die meisten Aufbereiter bevorzugen chemische Prozesse, da mit ihnen alle verbauten Rohstoffe wiederverwertet werden können. Beim Einschmelzen hingegen gehen beispielsweise Aluminium und Graphit verloren. Mit chemischen Verfahren lassen sich deshalb höhere Recycling-Quoten erzielen. Über 95 % wurden bereits erreicht, allerdings bisher nur im Labor. Physiker schätzen die mögliche Ausbeute unter industriellen Bedingungen deutlich geringer ein. Hier ist einige Entwicklungsarbeit nötig, denn eine hohe Quote ist die Voraussetzung für eine kostendeckende oder profitable Aufbereitung.

    Für solche Problemlösungen und Prozessoptimierungen haben die europäischen Unternehmen aber noch ausreichend Zeit. Einige können dabei zudem von ihrer Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern profitieren (z. B. BMW und Volkswagen), die im Batterie-Recycling bereits weiter sind. Die Voraussetzungen dafür, dass die Industrie die technischen Schwierigkeiten in den Griff bekommt, sind deshalb positiv.

    Fazit

    Schon in wenigen Jahren wird Batterie-Recycling in Europa eine tragende Säule der Elektrofahrzeug-Produktion sein. Batterie- und Fahrzeughersteller werden durch Recycling unabhängiger von internationalen Lieferketten und Rohstoffmärkten. Wenn es ihnen zudem gelingt, kosteneffiziente Abläufe zu entwickeln, sollte das auch zu Preisvorteilen bei den Endkunden führen. Deutlich verbessern durch das Batterie-Recycling wird sich in jedem Fall die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen.






    Quellenangaben:

  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1201374/umfrage/anzahl-der-verkaeufe-von-elektroautos-nach-laendern/
  • https://ecomento.de/2021/07/14/szenarien-markthochlauf-e-mobilitaet-in-europa-2030/
  • https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/mercedes-batterierecycling-fabrik-101.html
  • https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/info/elektroauto-akku-recycling/
  • https://ecomento.de/2022/12/13/eu-ebnet-weg-fuer-neue-batterieverordnung/
  • https://www.now-gmbh.de/wp-content/uploads/2023/03/NOW_Factsheet-Elektromobilitaet-und-Rohstoffe.pdf
  • https://www.autozeitung.de/elektroauto-batterie-lebensdauer-entsorgung-199140.html
  • https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/wertvolle-rohstoffe-sauberes-recycling-fuer-e-auto-batterien/28981276.html
  • https://www.t-online.de/auto/elektromobilitaet/id_100137966/e-auto-batterien-recycling-macht-weiterhin-probleme.html












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    Elektroauto, NEWs

    Wichtige Batterietechnologien für Elektroautos.

    Diese drei Batterietechnologien sind zukünftig für Elektroautos wichtig

    In der überwiegenden Zahl aller Elektroautos ist heute ein Lithium-Ionen-Akku verbaut. Doch die faktische Alleinstellung dieser Batterieart geht zu Ende. Zukünftig werden verschiedene Akkutechniken nebeneinander bestehen, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben und sich preislich deutlich unterscheiden. Für Nutzer von Elektroautos wird es deshalb zunehmend wichtiger, sich mit den unterschiedlichen Batterietypen zu beschäftigen.

    Lithium-Ionen-Batterien bleiben Marktführer

    Lange Zeit galt die Lithium-Ionen-Technologie bei Elektroautos als alternativlos. Ihr großer Vorteil liegt in der hohen Energiedichte. Mit solchen Akkus ließ sich eine marktfähige Reichweite bei vertretbarem Platzbedarf und Gewicht der Batterie umsetzen. Die anfänglichen Kosten von 600 Euro pro Kilowattstunde (2010) konnten auf aktuell etwa 100 Euro/kWh gesenkt werden. Gleichzeitig wurde die Effizienz kontinuierlich gesteigert, zum Beispiel durch Batteriearchitekturen wie Cell-to-Pack. Bei dieser Bauweise entfallen Modulgehäuse, sodass mehr Raum für die aktiven Subtanzen entsteht.

    Doch diverse Nachteile bleiben, und die liegen bei den eingesetzten Rohstoffen: neben Lithium hauptsächlich Nickel, Mangan und Kobalt. Diese sind teuer, teilweise knapp und ökologisch bedenklich. Zudem haben die Batterien das Problem erhöhter Brandgefahr und Kälteempfindlichkeit. Dennoch: In der Ober- und Luxusklasse, wo der Batteriepreis nachrangig und die Leistung das primäre Kriterium ist, bleiben Lithium-Ionen-Batterien zunächst konkurrenzlos. Anders sieht es in der Kompakt- und Mittelklasse aus.

    Der späte Durchbruch von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP)

    LFP-Batterien haben in den vergangenen anderthalb Jahren eine erstaunliche Entwicklung genommen: Ihr weltweiter Marktanteil stieg von 17 % (Januar 2021) auf 31 % (September 2022). Bislang werden 85 % aller LFP-Batterien im chinesischen Markt verbaut, doch das wird sich ändern:

    • Tesla verwendet solche Batterien seit 2021 im Model 3 und hat für 2023 eine Ausweitung auf das Model Y angekündigt.
    • Ford wird nach eigenen Angaben dieses Jahr damit beginnen, ausgewählte Modelle auf LFP umzustellen.
    • Mercedes hat bekannt gegeben, ab 2024 LFP-Akkus für die Einstiegsmodelle EQA und EQB zu nutzen.
    • Volkswagen stellte kürzlich den Einsatz im ID.1 und ID.2 ab 2025 in Aussicht.
    • Stellantis hat die Umstellung auf LFP für Fahrzeuge bis zur Mittelklasse angekündig

    Diese Entwicklung ist bemerkenswert, weil die Technologie noch zu Beginn des Jahrzehnts als ungeeignet für Elektroautos galt: Die Energiedichte war zu niedrig. Doch die Weiterentwicklung der Technik (Stichwort Cell-to-Pack) hat diesen Nachteil signifikant abgemildert.

    Zwar bleibt ein relativer Leistungsabfall gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus, doch dafür rücken andere Vorteile in den Vordergrund. Durch den Wegfall von Nickel und Kobalt sind die Akkus umweltfreundlicher und kostengünstiger, obwohl das teure Lithium als Grundkomponente bleibt. Die Betriebssicherheit (geringere Brandgefahr) sowie die Haltbarkeit (Anzahl Ladezyklen) gelten ebenfalls als höher. In den unteren und mittleren Fahrzeugsegmenten werden Lithium-Eisenphosphat-Batterien deshalb weiter an Bedeutung gewinnen. Das dürfte auch zu Preisvorteilen für Endkunden führen.

    Kostengünstige Natrium-Ionen-Batterien müssen sich noch bewähren

    Vom technologischen Fortschritt profitieren auch Natrium-Ionen-Akkus. Ihre Energiedichte ist relativ zur LFP-Batterie nochmals niedriger, deshalb wurden sie bisher als untauglich für ein Elektroauto beurteilt. Aktuelle Natrium-Batterien erreichen jedoch bereits Kennzahlen, die mit dem Stand der LFP-Akkus von 2020 vergleichbar sind.

    In China hat die Marke Sehol nun den ersten Kleinwagen mit Natrium-Batterie auf den Markt gebracht. Das Modell, das aktuell noch ein Testfahrzeug ist, ist auf den Stadtverkehr ausgelegt und soll 250 Kilometer mit einem Ladezyklus schaffen. Der chinesische Batteriemarktführer CATL und der Fahrzeughersteller BYD haben die Serienproduktion von Natrium-Ionen-Akkus bereits für dieses Jahr angekündigt.

    Wann Fahrzeuge mit Natrium-Ionen-Technik in Serienproduktion gehen und ob diese auch nach Europa kommen, ist ungewiss. Für den Einsatz mit kurzen Reichweiten im Stadtverkehr spricht jedoch einiges dafür. Denn der Ersatz des teuren Lithiums durch das günstige Natrium bringt enorme Kostenvorteile. Zudem verlieren die Akkus bei niedrigen Temperaturen kaum Kapazität, sind schnell aufladbar und schaffen viele Ladezyklen.

    Fazit

    Innovationen wie Feststoff-Batterien benötigen noch Jahre bis zur Serienreife. Aktuell liegt der Fokus auf bislang ausgemusterten Technologien, die mit verbesserter Leistung überzeugen. Akkus mit Eisenphosphat oder auf Natrium-Basis überwinden technische Defizite der Lithium-Ionen-Batterie und haben deutliche Kostenvorteile. In den unteren bis mittleren Fahrzeugklassen sind sie ernst zu nehmende Alternativen, während ab der Oberklasse konventionelle Batterien vorläufig weiter dominant sein werden.






    Quellen:

    https://www.elektroauto-news.net/2023/batterie-trends-e-auto

    https://www.dw.com/de/elektroauto-neue-batterietechnologie-verzweifelt-gesucht/a-64708090

    https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/mehr-reichweite-weniger-kosten-fuenf-trends-fuer-die-e-auto-batterie-der-nahen-zukunft/29018302.html

    https://www.elektroauto-news.net/2022/nachhaltigkeit-sicherheit-unabhaengigkeit-trends-batterieentwicklung

    https://efahrer.chip.de/news/guenstig-laedt-schnell-und-braucht-kein-lithium-erstes-e-auto-nutzt-neuen-akku_1011658

    https://efahrer.chip.de/news/stille-revolution-neue-akkutechnik-macht-elektroautos-guenstiger-und-sicherer_1010767

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/534429/umfrage/weltweite-preise-fuer-lithium-ionen-akkus/

    https://greencarmagazine.de/lfp-akkus-erobern-den-weltmarkt/




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    Elektroauto, NEWs

    Elektroautos – Die Highlights für 2023

    Die E-Car-Highlights 2023 - sechs spannende Elektroautos, die den Markt aufrütteln werden

    Elektroautos werden global immer beliebter. Jahr für Jahr werden immer höhere Absatzrekorde an Fahrzeugen, bessere Einnahmen der Hersteller und technische Rekorde bei der Ausstattung der Autos bekannt gegeben. Es ist zu erwarten, dass der Höhenflug der Elektromobilität auch im Jahr 2023 anhält. Die Zeichen dafür stehen bereits gut, denn für das neue Jahr sind zahlreiche hochkarätige Fahrzeugdebüts angesetzt, die die Auswahl für Fahrzeugkunden zusätzliche bereichern werden. Wir stellen in diesem Artikel die sechs spannendsten Elektroauto-Neuheiten im Jahr 2023 vor.

    Audi Q6 e-Tron

    Elektroautos - Copyright: AUDI AG

    Foto: Audi

    Der erste e-Tron der Ingolstädter Fahrzeugbauer katapultierte Audi bereits im Jahr 2016 auf die Bildfläche der Elektromobilität, Sieben Jahre später wird mit dem Q6 e-Tron nun ein weiteres Modell der Reihe eingeführt. Das zukünftige Pendant zum Porsche Macan wird auf der im VW-Konzern gemeinsam genutzten PPE-Plattform aufbauen und vor allem durch die Fähigkeit zum 800 Volt Schnelladen punkten. Mit einer Reichweite zwischen 500 und 700 Kilometern und einer Leistung zwischen 400 und 600 PS wird der Q6 e-Tron ein technisches Kraftpaket und vor allem für Elektroautokunden im gehobenen Bereich eine ernstzunehmende Option.

    Opel Astra Electric

    Opel_Astra_Electric_520678.jpg

    Foto: Opel

    Das Fahrzeugmodell Astra von Opel hat bereits Kultstatus. In diesem Jahr wird die Reihe nun um eine elektrisch angetriebene Option ergänzt. Die „Sports-Tourer“ Kombivariante des Opel Astra soll eine Reichweite von bis zu 416 Kilometern erreichen und über einen 156 PS starken Motor verfügen. Preislich soll der Fünftürer im Bereich ab 40.000 € liegen.

    Airways U6

    Foto: Airways

    China ist der weltweit größte und wichtigste Markt für Elektroautos. Westliche Hersteller buhlen seit Jahren um die Gunst der chinesischen Konsumenten, doch sie bekommen immer mehr Konkurrenz durch chinesische Eigenproduktionen. Diese Hersteller kommen nun auch auf den deutschen Markt. Die Marke Airways stellte bereits im Jahr 2020 den SUV 5 vor und plant seine Fahrzeugpalette dieses Jahr um den SUV 6 zu ergänzen. Der sportliche Crossover soll 216 PS Leistung unter der Haube haben und eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern erreichen. Ein besonderer Hingucker wird bei dem Airways U6 aber nicht nur das Datenblatt, sondern das einem Flugzeug-Schubhebel nachempfundene Pendant zum Gaspedal im Fahrzeug. Der Preis des Modells soll bei etwa 48.000 € liegen.

    Smart #1

    Foto: Smart

    Mit dem #1 möchte Smart 2023 ihr Elektroautogeschäft deutlich ankurbeln und sich als ernstzunehmender Anbieter in dem Segment positionieren. Das kompakte E-SUV entsteht in Zusammenarbeit mit dem Smart-Partner Geely und wird entsprechend in China produziert. Das 4,27 m lange Fahrzeuge soll bis zu fünf Passagieren Platz bieten und mit seiner 66 kWh-Batterie eine Reichweite von maximal 400 Kilometern erreichen. Das 272 PS starke Elektroauto wird von Smart ab einem Preis von 41.500 € angeboten.

    Volkswagen ID.7

    Foto: VW

    Mit der ID-Familie hat Volkswagen der Konkurrenz im Elektroautomarkt bereits vor Jahren den Kampf angesagt. 2023 kommt mit dem ID.7 nun die erste E-Limousine der Wolfsburger auf den Markt, die ebenso wie die anderen Modelle der ID-Reihe auf dem „Modullaren Elektrobaukasten“, kurz MEB, des Konzerns basiert. Die Größe des ID.7 soll sich zwischen dem Passat und dem Luxusfahrzeug Phaeton bewegen und auch wenn über die weiteren technischen Details bisher noch keine Auskunft gegeben wurde, so wird die Reichweite mit bis zu 700 Kilometern angegeben. Dies dürfte VW einen deutlichen Vorteil beim ID.7 gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

    Elektroautos Nio ET5, ET7 und EL7

    Mit Nio wagt sich 2023 ein weitere chinesischer Autobauer auf den deutschen Markt und möchte hier mit der Vorstellung von gleich drei Fahrzeugmodellen einen starken Start hinlegen. Dabei wird die Limousine ET5 das Einstiegsmodell ab einem Preis von eta 50.000€ erhältlich sein, während der größere ET7 mit um die 70.000 € zu Buche schlägt. Das SUV-Modell EL7 stellt mit einem Kaufpreis ab 74.000 € dann das preisintensivste Fahrzeug des chinesischen Herstellers dar. Neben den Fahrzeugen wird Nio in Deutschland auch sein Batterie-Tausch-System einführen: dabei können Nio-Fahrer an speziellen Stationen ihre leere Fahrzeugbatterie gegen eine volle austauschen. Auf diese Weise sollen lange Ladevorgänge vermieden werden. Es bleibt abzuwarten, wie dieses Konzept von den Kunden angenommen werden wird.




    Quelle: https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/e-autos-2023-die-8-spannendsten-neuen-elektro-modelle/28894160.html








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